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Einfamilienhaus Gerlingen

Bauen im Bestand eines Einfamilienhauses — 70839 Gerlingen — 280 m² — Dezember 2019

Lichtdurchflutet

Für einen privaten Bauherrn haben die Innenarchitekten des Stuttgarter Planungsbüros blocher partners in Gerlingen ein Einfamilienhaus aus den 80er Jahren in ein lichtdurchflutetes Refugium verwandelt. Ein reduzierter Materialkanon trifft dabei auf ein atmosphärisches Zusammenspiel aus Farbe, Form und Licht.

Bereits beim Betreten des Hauses entfaltet die helle Anmutung des Interiors vor dem Hintergrund der minimalistisch gestalteten Gartenanlage ihre Wirkung. Unweigerlich führt der erste Blick durch den offenen Wohnraum und die bodentiefen Fenster, die den Innenraum in den umliegenden Garten zu erweitern scheinen. Der erste Eindruck hält, was er verspricht: ein weitläufiges Domizil unweit des Stuttgarter Stadtgebiets. Gestaltet wurde das 280 Quadratmeter Wohnfläche umfassende Haus für eine Familie, die sich ein Einfamilienhaus mit durchgängig offenem Charakter ebenso gewünscht hat, wie ein Rückzugsort vom hektischen Alltag.

Die teilweise verschachtelten Räume haben die Innenarchitekten von blocher partners deshalb weitgehend geöffnet. Wie aus einem Guss reihen sich Küche, Ess- und Wohnzimmer aneinander, der offene Wohnraum im Erdgeschoss säumt einen Gebäudekern aus edlem Nussbaum, hinter dem sich eine Treppe sowie Aufbewahrungsmöglichkeiten befinden.

Untermalt wird dieser Effekt durch die bodentiefe Vollglasöffnung im Wohnzimmer, die eine beeindruckende Verbindung zwischen Innenraum und Außenbereich schafft. Die beinah durchgängige Fensterecke im Esszimmer nimmt den Bezug ebenfalls wie selbstverständlich auf. Unmittelbar schließt sich die Küche an, deren freistehende Konzeption die offene Gestaltung unterstützt und so Raum schafft für Kommunikation. Für Gäste kaum wahrnehmbar, verstecken sich hinter einer deckenhohen Bibliothekswand im Eingangsbereich weitere Räumlichkeiten, die als private Rückzugsorte für die Bauherren konzipiert sind. Zwar sind sie ebenfalls großflächig verglast, erwecken aber durch ihre Größe und geschlossene Form eine intime Atmosphäre.

Subtiles Spiel mit Blickbezügen

Nicht nur hält das Herzstück aus Nussbaum die Wohnräume im Erdgeschoss zusammen, auch fungiert es als vertikales Verbindungselement, das das durchgängige, kontinuierliche Moment der unteren Räume ins Obergeschoss trägt. Dort geht es in eine Lamellenstruktur über, die den Tageslichteinfall bricht und schöne Schatten zeichnet. In ihrer Vertikalen nehmen die Lamellen die eindrucksvolle Raumhöhe auf und betonen deren Wirkung. Als trennendes Element zwischen Bad- und Schlafzimmer sorgen sie für ein subtiles Spiel mit den Blickbezügen.

Der reduzierte Materialkanon aus Nussbaum und einem belgischen Naturstein als Bodenbelag im Erdgeschoss sowie einem Teppichbodenbelag aus Wolle und Seide im Obergeschoss, bietet der sorgfältig kuratierten Einrichtung eine adäquate Bühne. Diese ist in enger Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Objekteinrichtern von Kampe54 entstanden. Die Farbigkeit der Räume ergibt sich meist aus der Materialität der Möbel und Accessoires und bildet eine harmonische Einheit mit der mutigen, farbvollen Kunstsammlung der Bauherren.

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