Wohnquartier Hermann-Dorner-Allee Berlin

Neubau eines Wohnquartiers mit 505 Wohneinheiten, 108 Studentenapartments, integriertem Gewerbe und einer Kindertagesstätte — Hermann-Dorner-Allee, Berlin-Adlershof — 2022 — Howoge Wohnungsbaugesellschaft mbH, Generalübernehmer: Diringer & Scheidel Bauunternehmung GmbH & Co. KG

Integratives Wohnquartier

Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen ist eine Herausforderung der Zeit – und eine Aufgabe, der sich die städtische Howoge Wohnungsbaugesellschaft mbH angenommen hat. Eine mögliche Antwort gibt die Planung von blocher partners für die Diringer & Scheidel Bauunternehmung GmbH & Co. KG als Generalübernehmer: Am Wissenschafts- und Medienstandort Berlin-Adlershof entsteht auf einer Grundstücksfläche von knapp 27.000 Quadratmetern das Areal »Wohnen am Campus« – ein Entwicklungsprojekt, bei dem die Hälfte der Wohnungen als geförderter Wohnraum vermietet wird.

Intention war, ein städtebaulich und freiraumplanerisch anspruchsvolles Ensemble zu schaffen und mit einer modularen, standardisierten Bauweise eine ansprechende und dennoch wirtschaftlich optimierte Architektursprache zu formen. So wird ein ganzheitliches Quartier entwickelt, das unterschiedliche Bevölkerungsschichten anspricht und eine lebendige, soziale und altersdifferenzierte Durchmischung der Bewohner garantiert. Nur wenige, vorab definierte Module und eine geringe Anzahl an Materialien kommen zum Einsatz, die durch variantenreiche Kombination Fassaden mit einem vielfältigen und identitätsstiftenden Erscheinungsbild entstehen lassen. Maxime der Planung war »Qualität bezahlbar zu machen« – dafür optimierten die Architekten die Strukturen von der Statik bis ins kleinste Detail und gestalten ein Ensemble, das vielfältigen öffentlichen Raum für Begegnungen und Kommunikation bereithält.

Vielfältiger Städtebau

Das neue Quartier – gelegen an der Hermann-Dorner-Allee/Karl-Ziegler-Straße – orientiert sich städtebaulich am Forschungscampus wie auch am Landschaftspark. Die geschlossenen Zeilen entlang der Karl-Ziegler-Straße antworten auf die gegenüberliegenden Gewerbeflächen. Ein halboffener Laubengang schützt vor Lärm, während die Wohnräume der Mikro-Apartments zum Innenhof ausgerichtet sind.

Das Erdgeschoss bildet markante Bögen aus, die an typische Berliner Stadtbahnbögen denken lassen. Im Inneren wirkt das Ensemble hingegen spielerisch und offen. Aufgelockerte Wohnblöcke mit Holzfassaden und großzügige Gärten stellen Beziehungen zum Landschaftspark her. Jedem Gebäudetyp liegt ein eigenes Gestaltungskonzept zugrunde – vom farbigen Putz bis zur lockeren Holzfassade. Die einzelnen Häuser sind versetzt angelegt und bilden sechs öffentliche Höfe mit Spielbereichen, Bänken und Erholungsflächen. Die flexiblen Gewerbeflächen lassen sich, je nach Anforderung, zu größeren Flächen zusammenlegen – oder bei Bedarf sogar zu Wohnungen. Die 500 Quadratmeter große Kita mit einem großzügigen Garten ist für rund 75 Kinder ausgelegt.

Nachhaltiges Konzept

Neben bezahlbaren Mieten sowie hochwertigem Städtebau steht das neue Quartier auch für moderne Energietechnik. Auf allen Gebäuden befindet sich jeweils eine Photovoltaikanlage, die günstigen, CO2-freien Mieterstrom produziert. Dezentrale Wohnungsstationen für Beheizung und Warmwasseraufbereitung sorgen für niedrige Systemtemperaturen und weitere Energieeinsparungen. Ein weiterer Vorteil ist die Flächeneinsparung, da das System weniger Rohrleitungen benötigt. Dadurch wurden rund 120 Quadratmeter zusätzlicher Nutzfläche gewonnen, die beispielsweise für Wohnflächen, Kinderwagen- und Rollatorenräume oder Fahrradstellplätze genutzt werden können.

Der Spatenstich für das Quartier fand am 27. Februar 2020 im Beisein von Projektbeteiligten aus Wirtschaft und Politik statt.

ähnliche Projekte