Wormland Hannover

  • Umbau eines Herrenmodehauses inkl. Fassadenkonzept, Eingangsbereich, Treppe und Verwaltungsbereich
  • Große Packhofstraße 14, 30159 Hannover, Deutschland
  • 1.400 m² auf vier Geschossen
  • 2011
  • Theo Wormland GmbH & Co. KG

Architektur meets Fashion

Wormland steht für maskuline Mode in einem sehr urbanen Umfeld. Wie das aussieht, zeigt sich im Flagshipstore Hannover.Angefangen beim neuen Fassadenbild und den veränderten Zugängen über die neu dimensionierte und angeordnete Treppe bis zu jedem der rund 1.400 Quadratmetern Verkaufsfläche, die sich über vier Etagen erstreckt - vom Untergeschoss bis ins 2. Obergeschoss.

Großflächige, rahmenlose Fensterfronten.prägen die Entrees, die dadurch einladender wirken und auch mehr Tageslicht nach innen bringen. Während die denkmalgeschützte Fassade zur Großen Packhofstraße behutsam in den neuen Storeauftritt einbezogen wurde, präsentiert sich das Gebäude zur Karmaschstraße in einem komplett neuen Antlitz: eine vorgehängte Betonfassade fungiert als Passepartout, das die bis zur Loggia aufsteigende Transparenz elegant konturiert. Die Architektur übernimmt hier die Funktion einer gläsernen Visitenkarte.

Die dynamische Wegeführung leitet Kunden wie selbstverständlich ins Zentrum des Stores. Dort fällt der Blick auf eine imposante Wendeltreppe, die Funktion mit Attraktion verbindet. Wie ein Korkenzieher windet sich die objekthafte Installation vom Untergeschoss ins 2. Obergeschoss. Sie bettet sich ein ins fließende Raumkontinuum und ermöglicht durch ihre konstruktiv bedingte Rundumsicht ein leichtes Zurechtfinden, zumal jede Etage durch in sich schlüssige Gestaltungselemente besticht. Die massive Ausführung mit innen liegender, weiß lackierter Stahlflanke und einem gläsernen Außengeländer nebst Handlauf aus Corian lassen die Helix gleichermaßen eindrucksvoll wie zurückhaltend erscheinen.

Stilistische Variation

Der fließende Übergang zwischen den einzelnen Welten setzt sich bei der Möblierung fort. Statt streng geometrischer Formen und rechter Winkel dominiert der Erlebnisgedanke. Der Bodenbelag aus Basaltina, einem fein strukturierten, anthrazitfarbenem Stein, setzt sich über den Treppenlauf vom Untergeschoss in Richtung 2. Etage fort.

Quer durch alle Ebenen zeigen sich viel Sichtbeton und dunkler Estrich, die dem urbanen Loftgedanken Rechnung tragen. Geputzte Oberflächen und Paravents aus Lochblechen sowie Warenträger aus Schwarzstahl verstärken diesen Eindruck. Decken erscheinen als markant gezackte Schollen. Wände aus echtem Ziegelstein wirken, als ob sie erst im Laufe des Umbaus freigelegt wurden. Andere Wände sind teilweise mit rauen Holzbohlen verkleidet. Als Raumteiler dienen unter anderem alte, mit Graffiti besprühte Schiebetüren von einer Industriebrache. Zur Szenerie passen die original Container-Kisten im Untergeschoss. Used-Optik im gehobenen Vintage-Style wohin das Auge sieht. Er verbindet sich mit weiteren attraktiven Anziehungspunkten, die dafür sorgen, dass Wormland auch in den Shopping-Pausen für Kunden ein intensiver Beziehungsraum bleibt: die gemütliche Lounge mit Design-Sitzmöbel etwa. Oder die Espresso-Bar, deren Bestuhlung integrierte iPads aufweist, und das DJ-Pult im Untergeschoss, wo zu regelmäßig stattfindenden Events Künstler ihres Fachs auflegen.