Horstmann & Sander Hannover

  • Umbau und Erweiterung eines Modehauses für Lederwaren
  • Georgstraße 8, 30159 Hannover, Deutschland
  • rund 2.500 m²
  • 1998
  • Horstmann + Sander GmbH & Co.KG

Im Dialog mit dem Straßenraum

Das traditionelle Fachgeschäft für Lederwaren und Reiseaccessoires präsentierte sich nach Umbau und Erweiterung durch blocher partners mit seinen 2.500 Quadratmetern Verkaufsfläche als eines der größten Fachgeschäfte seiner Sparte. Zur Fußgängerzone Georgstraße hin pulsiert der auf vier Etagen stattfindende Verkauf durch eine volltransparente Membran.

Das Gebäude und speziell die Fassade wurden im Zuge der Baumaßnahme in den Zustand eines erweiterten Rohbaus zurückgeführt. Dadurch ist die innere Innovation des Hauses schon vom Straßenraum aus erlebbar, tagsüber in einer Mischung aus Transparenzglas und Spiegelung, nachts in einer Inszenierung als ein weithin leuchtendes Objekt. Eingestellte Holzportale signalisieren die Eingänge und verleihen der technisch kühlen Fassade eine haptisch warme Komponente. Kontrastreich und selbstbewusst soll sich trotz 100-jähriger Distanz die historische Gründerzeitfassade mit dem modernen Abbild unserer Zeit vereinen.

Fassadenseitiges Tageslicht und visueller Stadtraumbezug prägen und stimulieren gemeinsam mit einem zentralen, glasüberdachten Luftraum den schmalen, 60 Meter tiefen Verkaufsraum. Eine dem zentralen Luftraum angegliederte Kundentreppe verbindet mit elliptischem Lauf das UG, EG und 1.OG und schafft eine vertikale Achse. Horstmann & Sander als Deutschlands Marktführer gliedert sein Haus in inszenierte Themenwelten. Jede Welt präsentiert sich entsprechend der dazugehörigen Labels in eigener Gestalt.

Warenwelten

Der Eingangsbereich Georgstraße im Parterre ist für Taschen-Basics vorgesehen. Kleinlederwaren werden an einer Ladentheke der sogenannten „Börse" verkauft, über der via Monitor die aktuellen Börsenkurse übertragen werden. Ein eigener Bereich speziell für Trendkunden glänzt mit einer gerundeten Betonwand mit Uhren, Schmuck und Plüsch, die sich in die Passage schiebt.

An den Businesspark im zweiten Obergeschoss mit klassischen Sortimenten schließt eine großzügige Serviceabteilung und ein kleines Ledermuseum an. Dunkler Räucher-Eichenboden, helle Warenwände, dunkle Warentische mit Glasaufsatz und Ledersessel unterstreichen die Warenwelt. Licht- und Deckengestaltung verleihen dem Raum Höhe. Im ersten Obergeschoss befindet sich die Reisewelt mit Café. Das Sortiment wird auf einem Förderband präsentiert, wie man es von Flughäfen kennt; die dazugehörige Kasse gleicht einem Check-in-Schalter. Heller Naturstein, Ahornmöbel und vielfältig kombinierbare Stufentische halten sich dezent zurück. Im Kontrast dazu die Outdoor-Area, wo sägerauhe Eichenregale und geölte Holzdielen den kernigen Rahmen für Pullover, Steppjacken, Outdoor-Stiefel und Rucksäcke schaffen.

Das neue Untergeschoss gliedert sich ebenfalls in zwei völlig unterschiedliche Bereiche. Eine Young Fashion Abteilung mit gestrichenem Betonboden, offen liegenden Rohren und Perlenvorhängen. Und die Designerabteilung, der schlichtes Design, ausgesuchte Designermöbel, Milchglasablagen und dunkle Hölzer einen Touch Noblesse verleihen.