CJ Schmidt Fashion Husum

  • Neustrukturierung eines Modehauses
  • Krämerstraße 1-7, 25813 Husum, Deutschland
  • 9.000 m²
  • 09. 2012
  • CJ Schmidt GmbH, Husum

Die Mode und das Meer

blocher partners strukturierte das Haupthaus von CJ Schmidt in Husum innerhalb von zehn Monaten um. Unter anderem wurde ein zentraler Glasaufzug eingesetzt, unübersichtliche Vorsprünge vereinheitlicht und die Flächen neu geordnet. Das Ergebnis: Mehr Raum für Mode und gleichzeitig mehr Ordnung. Dazu überarbeite blocher partners die Fassade.

Sie zeugt auch bereits vom Leitgedanken des Umbaus. Wo zuvor ein Rücksprung die klare Linie des Gebäudes störte, zieht sich nun ein einheitliches Element entlang, das mit der anschließenden Fassade bündig verläuft. Nun wirkt alles aus einem Guss, auch im hauseigenen Restaurant im 3. Obergeschoss, wo die Architekten die kleinteiligen Sprossenfenster durch großzügige Glasfronten ersetzten, die den direkten Blick auf den Hafen eröffnen. Passanten und Flanierende haben von der Meerseite aus einen direkten Zugang zum Gebäude.

Auf der gegenüberliegenden Seite an der Einkaufsmeile Großstraße wird das Modehaus durch drei weitere Eingänge erschlossen, die zum Young Fashion-Bereich, der Damenabteilung und der Herrenmode führen: Durch die Zusammenlegung und Verbindung mehrerer Häuser war im Laufe der Zeit eine Einkaufslandschaft entstanden, die diesen Namen verdient. Die fünf Geschosse teilen sich aufgrund der verschiedenen Höhenniveaus immer wieder in Splitlevel auf. Eine Herausforderung für die Innenarchitekten, die aus der Not eine Tugend machten: Jede Ebene ein Kapitel mit unterschiedlichen Stimmungen, die durch übergreifende Gestaltungselemente eine gemeinsame Geschichte erzählen. So fügt sich alles unter einem Dach, während sich gleichzeitig spannende Blickwinkel und abwechslungsreiche Shoppingrouten ergeben.

Die Innenarchitekten vereinheitlichten die Böden und ersetzten flächendeckend die alten Rasterdecken durch offene Decken. Nicht nur ein verbindendes Gestaltungselement, sondern so wird auch das angenehme Gefühl von Großzügigkeit vermittelt. Deckenschollen markieren nun die verschiedenen Bereiche, mal abgesetzt, mal frei schwebend. Auch der Nachhaltigkeitsgedanke vereint das vielseitige Haus: Die komplette Beleuchtung durch LED’s setzt ein unmissverständliches Umweltstatement.

Ein vielseitiges Haus eine Auswahl

Im Young Fashion-Bereich Casablanca Trend im Damenhaus fügen sich Betonwände, Industrieleuchten und Transportpaletten als Präsentationsmöbel zu einem urbanen Hafensetting. Das raue Holz von Transportkisten, die direkt vom Hamburger Hafen stammen, ergänzt als partielle Wandverkleidung das maritime Flair. Der zweite Haupteingang an der Großstraße führt in die Welt der Accessoires. Schon von außen ist der zentrale Inspirationspunkt zu erkennen. Dort werden auf einer modularen Landschaft aus Bodenelement und Gestell Modetrends und Jahreszeiten abhängige Dekorationen präsentiert. Zwei Volletagen darüber werden in der Damen-Exquisit-Abteilung Modeträume wahr. Auf dem Fischgrätparkett aus Eichenholz sind Präsentationskuben in Hell- und Dunkelgrau angeordnet, deren Farbtöne sich in den dahinterliegenden Wänden wiederfinden. Ein Highlight: Die zentrale Sitzgruppe mit charakterstarken orangen Sitzmöbeln, die von einem eingeschnittenen Deckenfeld und einem dunklen Teppich in Used-Optik eingegrenzt werden.

Das Herrenhaus, über den dritten Haupteingang an der Großstraße unmittelbar zu erreichen, ist auf das Wesentliche reduziert, kühl, modern, übersichtlich. Im Erdgeschoss ziehen sich entlang der grau-beigen Steinwand anthrazitfarbene Schrankelemente, vor deren weißen Rückwänden Hemden, Krawatten und Strickware ideal zur Geltung kommen. Das Farbkonzept zwischen Braun und Anthrazit zieht sich durch das komplette Herrenhaus, auch in der in der Exquisitabteilung der Herren. Die Holzwandelemente sind hier besonders hochwertig ausgeführt – als einheitliches Lamellenelement an Fokuswänden, die von zurückgesetzten weißen Paneelen rhythmisiert werden.

Sind Herren- und Damenabteilungen sonst eigenständig, kommen sie in der Lingerie im Untergeschoss einträchtig zusammen. Dezente Lackierungen in Altrosa und Braun über sonst einheitlich weißen Wäschepaneelen unterscheiden die Bereiche. Ein Blickfang ist der zentrale Fokuspunkt, der durch eine Deckenfuge betont wird. Auf einem Teppich, der die dunklen Eichendielen an dieser Stelle ablöst, bettet sich ein gestepptes, bordeauxrotes Rundmöbel, auf dem Kollektionshighlights drapiert sind. Darüber schweben asiatische Lampions in verschiedenen Braun- und Beigetönen. Eine Highlightwand nimmt die rote Chesterfield-Steppung an ihren Enden auf, in ihrer Mitte bietet sie Raum zur Präsentation eines Mannequins.