Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

  • Umbau, Sanierung und Modernisierung der denkmalgeschützten Universitätsräume
  • Grabenstraße 1, 69117 Heidelberg, Deutschland
  • 15.000 m²
  • Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Mannheim und Heidelberg
  • 2011

Historisches Erbe, Zeitgemässe Formensprache

Die Neue Universität ist mit ihren 14 Hörsälen, der Neuen Aula und dem Senatssaal das größte und bedeutendste Hörsaalgebäude in der Heidelberger Altstadt. blocher partners hat weite Teile der Architektur einschließlich der Hörsäle saniert und die Gebäudeinfrastruktur grundlegend modernisiert, unter anderem Fassaden und Dachflächen erneuert.

Eine weitere Aufgabe im Rahmen der Sanierung war die Neuplanung der Innenhofanlage und deren Öffnung zum Universitätsplatz. Durch den Einbau einer Public Box, eines gläsernen Pavillons, und damit die Öffnung der bestehenden Fassade, wurde ein fließendes Kontinuum von innen nach außen und von außen nach innen geschaffen.

Die behutsame Modernisierung des historischen Gebäudes hat der Bund Deutscher Architekten mit einer Hugo-Häring-Auszeichnung gewürdigt. Die Jury begründete ihre Entscheidung unter anderem damit, dass sämtliche Eingriffe und Neuinterpretationen eine Steigerung des bereits qualitätsvollen Bestandes erkennen lassen und damit von einer Qualifizierung auf eine höhere Stufe gesprochen werden kann.

Neue Architektonische Akzente

Bei der Ausstattung der Hörsäle und der Neuen Aula ging es um eine angemessene Verbindung von denkmalgeschützter Bausubstanz mit neuen Funktionsansprüchen und Stilelementen. Im Hörsaal 13 dominiert ein Deckenband aus unterschiedlich lackierten Metall-Lamellen, kombiniert mit Beleuchtungskörpern, die sich mit den aufsteigenden Bankreihen aus der Erbauungszeit zu einer eindrücklichen Raumskulptur verbinden.

Die Neue Aula verfügt nach dem Umbau über alle technischen Ausstattungsmerkmale eines Hörsaals, zugleich aber bleibt die feierliche Ausstrahlung des Raumes gewahrt. Sie wird sogar gesteigert durch eine Deckenkonstruktion, die nicht nur den akustischen Voraussetzungen für Vorlesungen und Konzertaufführungen gerecht wird, sondern auch eine lichttechnische Ausstattung aufweist, mit der sich gezielt unterschiedliche Lichtstimmungen erzeugen lassen. Auch das Zugangskonzept zu der Empore wurde überarbeitet: Anstelle der ehemals außerhalb der Neuen Aula gelegenen Aufgänge schaffen zwei neue Treppen im Saal eine direkte Verbindung zwischen beiden Ebenen. Zudem ist die seit mehr als zwanzig Jahren stillgelegte Orgel restauriert und auf der ehemaligen Sängerempore neu in Szene gesetzt worden.