Bürogebäude Stuttgart

  • Neubau eines Bürogebäudes nach DGNB-Platinzertifizierung
  • Herdweg 19, 70174 Stuttgart, Deutschland
  • 3.300 m²
  • 2011
  • blocher partners

Ein Monolith aus Sichtbeton

Die städtebaulich heterogene Situation im Herdweg nutzten die Architekten, um einen Solitär zu setzen. Schlicht, jedoch markant.

Ein Blickfang, der Passanten und Autofahrer gleichermaßen in seinen Bann zu ziehen vermag. Dem robusten Charme des Sichtbetons – als zweischalige Betonfassade mit Kerndämmung ausgeführt – schmeichelt die ätherische Transparenz großzügiger Fensterbänder. Holzelemente aus Sipo Mahagoni gliedern übergeordnet und geben der Fassade Tiefe. Die klaren Linien bringen sowohl Ordnung als auch Dynamik in die Fassade. Der Glasanteil entspricht der von der DNGB für die Platin-Zertifizierung vorgeschriebenen Größe, gleichzeitig verringern die Holzkuben optisch den geschlossenen Anteil der Hülle und „schlucken“ den Schall.

Architektur des Dialogs

Das Bürogebäude besteht aus drei Vollgeschossen, einem Garten-, einem Dach- sowie einem Untergeschoss. Die Schlichtheit der inneren Gestaltung mit den sandgestrahlten Flächen aus Beton und Sichtbeton sowie dem Bodenbelag aus Zement-Estrich steht im Gleichklang mit dem äußeren Auftritt.

Die offene, dennoch klare Raumaufteilung lässt die Grenzen zwischen den Arbeitsbereichen verschwinden. An das großzügige Casino im Gartengeschoss dockt ein möblierter Innenhof an. Auf der einen Seite wird er von dem eingeschossigen Gebäudeflügel flankiert. Auf der anderen Seite öffnet sich ein zweigeschossiges Atrium, das nur eine verschiebbare Glaswand vom Casino trennt. Überhaupt das Atrium: Vom Erdgeschoss aus überfliegt das Auge den beeindruckenden Luftraum, in dem eine vom Mikadospiel inspirierte Licht-Installation hängt. Auch von der offen gestalteten Stahltreppe, die vom Gartengeschoss bis unters Dach reicht, ergeben sich vielfältige Blickbezüge.

Nach allen Regeln der Nachhaltigkeit

Das von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit Platin zertifizierte Gebäude wurde nach allen Regeln der Nachhaltigkeit gebaut. Zu den vielschichtigen Maßnahmen gehört die Vermeidung toxischer und nicht rückbaubarer Baustoffe genauso wie die Minimierung der Lebenszykluskosten.

Mit Blick auf die Zukunft war es darüber hinaus wichtig, dass die Etagen voneinander abtrennbar sind, um später beispielsweise abgeschlossene Büro- oder Wohneinheiten implementieren zu können. Die Verquickung von Ökonomie und Ökologie zeigt sich auch in der Vereinigung von Gebäudekonstruktion und -technik, die ein thermisch komfortables Raumklima genauso einschließt wie eine maximale Energieeinsparung. So ergänzen sich etwa die Gebäudehülle in ihrer Wärmeschutzfunktion mit dem Gebäudeinnern als Speichermasse zur Reduzierung des Heiz- und Kühlbedarfs. Ein Beleuchtungskonzept, das durchweg auf Tages- und LED-Licht setzt, ergänzt genauso wie die Vorkehrungen zur Lufthygiene und die Berücksichtigung diverser ästhetischer Gesichtspunkte das Maßnahmenportfolio.